Feuermachen

Für alle, die ihr Schlageisen und Feuerstein nicht nur zur Zierde herumtragen wollen, möchte ich hier kurz beschreiben wie man schnell mit den einfachsten Mitteln ein brauchbares Feuer entfachen kann.
Hilfsmittel

Das Bild 1 zeigt einige mögliche Hilfsmittel zum Entzünden eines Feuers. Schlageisen und Feuerstein sind natürlich eine Grundvoraussetzung. Zusätzlich ist ein leicht brennbares Material notwendig und z.B. etwas Birkenrinde um den Brennvorgang etwas zu verlängern.

1. Birkenrinde, 2. Hanffasern, 3. Leinenzunder, 4. Schlageisen, 5. Feuerstein

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Zunder
Als Zunder beschreibt man Stoffe, die aufgrund ihrer Beschaffenheit durch Funkenflug zum Glimmen gebracht werden können. Mögliche Stoffe sind zum Beispiel Hanffasern, wie sie zum Abdichten von Rohrverbindungen genommen werden. Wichtig ist dabei, daß sie unbehandelt sind. Ich kann hier nicht mit Bestimmtheit sagen ob es in der Wikingerzeit schon Leinenzunder gegeben hat. Die Beschaffenheit des Stoffes macht es unmöglich, daß sich dieser über einen so langen Zeitraum erhalten hätte. Aber um die Authentiker vollends zu entsetzen, sei hier noch Jeansstoff erwähnt, den es zwar damals definitiv nicht gab, der zu Zunder verarbeitet jedoch hervorragend brennt. Die Leinenzunderherstellung wird im nächsten Kapitel beschrieben. Dann gibt es noch den Zunderschwamm - fomes fomentarius (Bild 6), der auf abgestorbenen Buchen und Birken wächst. Er wird zunächst getrocknet, um dann mit einem Messer die unteren Fasern auszukratzen. Eine andere Möglichkeit ist die Zunderschicht einige Wochen in Urin einzulegen um sie zu nitrieren und dann die noch feuchten Lappen durch klopfen auszudünnen und zu trocknen. Zuletzt möchte ich noch die Schilfkolben erwähnen (Bild 5) die getrocknet einen leicht brennbaren Flaum abgeben. 
Der Zunder selbst verbrennt kaum, er glimmt nur. Deshalb wird die eigentliche Flamme durch die leicht brennbare Birkenrinde erzeugt.

Leinenzunder
Zunächst benötigt man eine einfache Dose. Bonbondosen oder wie als Beispiel verwendet eine Dose von "Fishermans friend" sind gut geeignet. In diese Dose wird mit dem Messer ein kleines Loch oder ein kleiner Spalt gestochen (Loch etwa 2mm, Spalt etwa 1 mm breit und 3mm lang). Dann werden in die Dose vorgeschnittene Stoffreste (Leinen oder Jeans bzw. Denim) gelegt (Bild 2) Anschließend wir die Dose für zirka 5-10 Minuten ins Feuer, besser in die Glut gelegt. (Bild 3) Aus der Dosenöffnung entweicht bald ein Gas das wie in dem Bild 3 gut sichtbar, mit kleiner Flamme verbrennt. Wenn diese Flamme erlischt, ist der Stoff ähnlich wie Holzkohle "verbrannt" und sollte aus den Feuer genommen werden. Er besitzt noch genügend
Festigkeit um nicht zu zerfallen. (Bild 4)

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Bild7.jpg (30761 Byte) Bild8.jpg (20687 Byte) Das Feuerschlagen
Zunächst werden einer oder mehrere Zunderstoffe in etwas Birkenrinde derart eingerollt, daß sie am oberen Teil etwas hervorstehen. Auf diesen oberen Teil wird anschließend der Feuerstein gelegt und wie in Bild 7 gezeigt angeschlagen. Sobald sich einzelne Funken im Zunder festsetzten, werden diese vorsichtig  angeblasen, die Birkenrinde fängt Feuer und man erhält eine schöne große Flamme (Bild 8)

Copyright © 2000 R. Lorenz