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Anleitung zum Nähen einer Tunika von Roland Lorenz Alle Bilder können durch Anklicken vergrößert dargestellt werden |
| Für unsere erste Tunika verwenden wir einen T-Schnitt wie er auf Bild 1 dargestellt ist. Dieser Schnitt hat sich wegen seiner Einfachheit bewährt und bietet auch beim Schwertkampf, bei dem man den Arm auch mal etwas höher nehmen muss, eine gute Bewegungsfreiheit. Für den Kragen wählen wir den sogenannten Schlüssellochkragen der damals weit verbreitet war. | ![]() |
| Zunächst nehmen wir einmal
die wichtigsten Masse, die wir zum Nähen der Tunika benötigen. Diese Maße
können entweder direkt an der Person gemessen werden (Bild
2)oder auch an einem angenehm passenden Sweatshirt.
Wir unterscheiden folgende Werte: Wert C, die Länge der Tunika richtet sich nach der Zeit für die die
Tunika vorgesehen ist. Die Wikinger um 800 trugen ihre Tuniken bis etwa
zur Mitte des Oberschenkels. Um 1000 also etwa zur Zeit der Normannen
waren die Tuniken länger und gingen bis über das Knie. |
| Jetzt können wir uns
unseren Stoff zuwenden. Es empfiehlt sich den Stoff vorher bei mindestens
60° zu waschen und falls vorhanden im Trockner zu trocknen, damit er
später nicht mehr einläuft. Danach sollt der Stoff gebügelt werden.
Auch Wollstoffe können vor dem Nähen so behandelt werden. Die fertige
Wolltunika sollte aber nur noch mit max. 30° gewaschen und ohne Trockner
getrocknet werden. Es sei den Ihr habt Kinder, die auch eine Tunika tragen
wollen ;-)) . Bei meinen Leinentuniken konnte ich bei einer Temperatur von
40° und anschließendem Trockner kein weiteres Einlaufen feststellen
Zunächst schneiden wir die Stoffbahn in einer Länge, die 2x dem Wert C entspricht ab. Diese Stoffbahn wir einmal gefaltet und am Rand abgeschnitten um die Schulterbreite, den Wert B zu erhalten. Wird ein zusammengelegter Stoff geschnitten, empfiehlt es sich die Schnittkante vorher mit Nadeln zu fixieren damit der Stoff beim Schneiden nicht verrutscht. Bild 3 |
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Nachdem wir mit Kreide
die Faltkante markiert haben, können wir die Stoffbahn wieder auseinander
falten und uns dem Kragen widmen. Am besten entwerfen wir den Kragen auf
einem Stück Packpapier, wie in dem Beispiel auf Bild
4. Dabei die Nahtzugabe von ca. 1 cm nicht vergessen. Durch
die Nahtzugabe verringert sich natürlich auch der innere Durchmesser des
Halsausschnittes. Dieses Kragenmodell (Beleg) legen wir auf die Stoffbahn
und zeichnen das auszuschneidende Kragenloch auf. Anschließend übertragen
wir diese Packpapiervorlage noch auf ein ausreichendes Stück Stoff für den
Belag.
Vor dem Ausschneiden dieses Beleges kann man noch
ein Stück Vlieseline aufbügeln um den Belag zu verstärken. Das ist zwar
nicht authentisch. lässt sich aber besser nähen, franst nicht aus, der
Kragen liegt besser und außenden sieht man es hinterher sowieso nicht.
Alles klar. |
| Jetzt wir der Belag zunächst mit Stecknadeln auf der linken Seite des Stoffes fixiert und mit einem Steppstich von Hand angenäht. Siehe Bild 5. Bei dieser Naht sollten nur geübte auf eine Nähmaschine zurückgreifen. Da es sich aber um eine verdeckte Naht handelt ist es ohne weiteres möglich. | ![]() |
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Der nächste Schritt ist fast der wichtigste. Am inneren Rand müssen jetzt bis zur Nahtlinie kleine Dreiecke herausgeschnitten werden. Bei einer starken Rundung mehr als bei einer flachen. Damit wird verhindert, das sich der Stoff nach dem umwenden aufstellt und der Kragen nicht flach anliegt. Danach kann auch der Brustschlitz eingeschnitten werden. Entlang des Schnittes die Kannten sofort mit einem Saumstich versäubern, da die Stoffkanten nur ca. 2 mm von der Naht entfernt liegen und sehr schnell ausfransen können. Siehe Bild 6 und Bild 6a. | ![]() |
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Als
nächstes fertigen wir uns aus einem Stück Packpapier, das wir einmal gefaltet
haben die Schablone für die Ärmel. Bild 8. Für
die Länge nehmen wir den ermittelten Wert D. Die einfache Breite liegt ungefähr
bei ca. 33 cm. Als weite am Handgelenk habe ich bei mit ca. 17 cm ermittelt.
Für die Länge des Ärmels und die Weite am Handgelenk sollte man bei der
ersten Tunika aber lieber 2-3 cm draufschlagen. Es ist leichter etwas umzuschlagen
bzw. abzuschneiden als etwa ein Stück anzunähen. Nach den ersten Anproben
der Tunika kann man die vorgefertigten Schablonen immer noch optimieren.
Bitte beachten das überall noch eine Nahtzugabe von ca. 1 cm dazukommt. Jetzt können wir, wie auf Bild 9 gezeigt, unsere Schablone aufklappen und auf den Stoff übertragen. Nachdem wir die Ärmel aus dem Stoff ausgeschnitten haben, werden auch hier zunächst die Stoffkanten mit der Nähmaschine und einem Zick Zack Stich versäubert. Puristen können natürlich auch hier mit einem handgenähten Saumstich arbeiten. |
| Jetzt können die Ärmel angenäht werden. Da es sich hier wieder um eine verdeckte Naht handelt kann die durchaus mit der Nähmaschine geschehen oder aber man näht mit einem Steppstich von Hand. Wer möchte kann die Tunika jetzt schon einmal anziehen und die noch offenen Nähte an der Seite und am Ärmel grob mit Stecknadeln fixieren. Dabei lässt sich die Armlänge und auch die Weite am Handgelenk noch einmal korrigieren. Nun werden die Ärmel entsprechend eingeschlagen und, da diese Naht sichtbar wird, von Hand mit einem Saumstich linksseitig umgeschlagen und vernäht. Bild 10 | ![]() |
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Danach werden die noch verbleibenden Nähte, wie in Bild 11 beschrieben, genäht und dabei auch die Dreiecke an der Seite der Tunika eingenäht. Natürlich werden auch diese Dreiecke an den Stoffkanten mit einem maschinelle Zick Zack Stich versäubert. Diese Dreiecke, die eine größere Bewegungsfreiheit zulassen, sind oft nur bei den langen Tuniken der Normannen notwendig. Bei den kürzeren Wikinger Tuniken können sie oftmals weggelassen oder zumindest schmäler eingesetzt werden. Eine Notwendigkeit kann aber auch schon bei der im vorherigen Schritt empfohlenen Anprobe festgestellt werden. Am Ende wird noch der untere Rand der Tunika nach innen umgeschlagen und auch hier mit der Hand mittels einem Saumstich vernäht. Jetzt alle Nähte noch einmal Bügeln und fertig ist Eure erste Tunika. |